Das erste deutsche cisterzienserkloster Kloster Kamp

Kloster Kamp, um 1135. Foto: Wikipedia

Im Jahre 1123 kamen 12 Zisterziensermönche mit ihrem Abt Heinrich aus dem lothringschen Morimond in Frankreich an den Niederrhein. Auf dem Kamperberg gründeten sie ihre erste Niederlassung auf deutschem Bodem.

Es war damals gerade die hochbewegte Zeit des Investiturstreites zu Ende gegangen (1122 Konkordat von Worms), eine Zeit des jahrzehntelangen Ringens zwischen Papsttum und Kaisertum.

Es gab in dieser Zeit auch eine religiöse Erneuerungswelle, die seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einigen Klöstern des Benediktinerordens, namentlich von Cluny in Burgund, ausgegangen war.

Diese Erneuerung führte auch zur Gründung des neuen Zisterzienserordens. Die Ziele waren eine umfassende Erneuerung des christlichen Lebens und der kirchlichen Zucht, insbesondere unter den Geistlichen und in den Klöstern.

Um nun diese religiöse Erneuerung auch in seiner Diözese zu fördern, bat der Erzbischof von Köln (Friedrich I), seinen Bruder Arnulf, Abt des im Jahre 1115 in Morimond gegründeten Klosters des Zisterzienserordens, um eine Neugründung in seinem Sprengel (Kamp gehörte damals zur Erzdiözese Köln).

Das Kloster war ein Erfolg. Im Jahr 1129 konnte Kamp bereits seine erste Gründung, das Kloster Walkenried, in einem Waldtal des Westharzes vornehmen.

Schon drei Jahre nachher konnte Kamp das zweite Tochterkloster in Volkenrode, im Thüringerwald, gründen, und 1135 ein drittes in Ameluxborn am Solling in Holzminden.

Bis 1146 gründete Kamp fünf Töchterklöster. Diese Klöster bildeten die Operationsbasis des Ordens für die Christianisierung und Germanisierung des Ostens im 12. und 13. Jahrhundert. Die letzte Gründung stammt aus der Zeit des Abtes Laurentius von Bever (1622-1636).

Mit den Neugründungen dieser Töchterklöster und deren Gründungen umfaßt die Kamper Klosterlinie etwa 100 Klöster.

Ein Stammbaum der Kamper Töchterschaft ist heute noch im Kloster Kamp zu sehen. Im Allgemeinen gelten das 12. und 13. Jahrhundert als Blütezeit des Zisterzienserordens.

Er verbreitete sich über das ganze lateinische Europa. Groß war sein Einfluß in Kirche, Gesellschaft und Kunst der damaligen Zeit.

(Quelle: P.W. Welling, Kloster Kamp. Das erste deutsche cisterzienserkloster. (Kamp 1979).