Die wichtigsten Ausstellungen werden erwähnt unter Verweis auf das Museum.

Kaiser und Sultan


Das Badische Landesmuseum feiert im Jahr 2019 sein 100-jähriges Gründungsjubiläum. Zum Kernbestand des Hauses zählt die weltbekannte Karlsruher Türkenbeute – eine Trophäensammlung der badischen Markgrafen aus den „Türkenkriegen“ des 17. Jahrhunderts. Wie kaum eine andere Sammlung steht sie für die Geschichte Badens und beleuchtet gleichzeitig deren europäische Dimension.  Erstmals widmet sich die Große Landesausstellung den historischen und kulturellen Verflechtungen in Ostmittel- und Südosteuropa. Das im Herzen Europas gelegene Gebiet war im 17. Jahrhundert Schauplatz von Kriegen und Glaubenskonflikten. Das dreigeteilte Ungarn (Königliches Ungarn, Osmanisches Zentralungarn und Siebenbürgen) sowie die Balkanhalbinsel zu Transit- und Grenzräumen. Gerade dieser Korridor bildete sich auf dem europäischen Kontinent zu einem bislang kaum bekannten Tor des Wissenstransfers heraus. Die Ausstellung rückt die zivilisatorischen Neuerungen in den Mittelpunkt, die im Schatten von Machtpolitik und Glaubenskonflikten entstanden: Innovationen in Architektur, Kunst und Mode oder die Einführung neuer technischer Verfahren. Die Ausstellung präsentiert rund 320 osmanische und osmanisch beeinflusste Exponate. Erstmals vereint sie in großem Umfang die Sammlungen aus Karlsruhe mit der bedeutenden Türckischen Cammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Darüber hinaus werden Leihgaben aus Budapest, Krakau und Wien sowie aus Ptuj (Slowenien) präsentiert.

Die Sammlung Justin K. Thannhauser,


(English) Photo/Foto: Hôtel de Caumont Art Centre

Hôtel de Caumont Art Centre präsentiert Meisterwerke aus der Sammlung Justin K. Thannhauser, die 1963 der Solomon R. Guggenheim Foundation in New York vermacht wurden. Rund fünfzig bedeutende Werke aus dieser renommierten Sammlung werden in Europa in einer Wanderausstellung präsentiert, die im Guggenheim Bilbao Museum ihren Anfang nahm: Gemälde und Skulpturen von Meistern des Impressionismus und des Post-Impressionismus, aber auch von den wichtigsten Persönlichkeiten der modernen Kunst, von Manet bis Picasso, Degas, Gauguin, Cézanne, Van Gogh, Braque und Matisse. Die Ausstellung bietet dem Besucher auch die Möglichkeit, die Geschichte der Thannhauser-Sammlung anhand von Fotos, Inventarbüchern und anderen Archivdokumenten zu rekonstruieren, die die Beziehungen zwischen der Familie Thannhauser und den avantgardistischen Künstlern, Sammlern und Händlern dieser Zeit veranschaulichen.

Das Panorama von Nimwegen


Das Kulturzentrum die Bastei präsentiert ab Sonntag, 24. März 2019 das älteste Stadtpanorama der Niederlande auf überraschend neue Weise. Das Nijmeegsch Rondgezicht von Derk Anthony van de Wart (1767-1824) wurde auf das 100-fache der ursprünglichen Größe vergrößert und bietet uns einen einzigartigen Blick auf die Landschaft des 19. Jahrhunderts. Das Nijmeegsch Rondgezicht ist das älteste Stadtpanorama der Niederlande. Derk Anthony van de Wart nahm dieses Panorama 1806 aus dem Belvédère auf. Es zeigt die enge, befestigte Stadt Nijmegen inmitten der großen und weiten Flusslandschaft. Speziell für diese Ausstellung sind die Originalradierungen erweitert und mit Informationen ergänzt, um ein klares Bild vom Leben im frühen 19. Jahrhundert zu vermitteln.

Die Weimar Republik


Vor dem Hintergrund aktueller Debatten um die Krise der liberalen Demokratie beleuchtet die Ausstellung in vier inhaltlichen Kapiteln die zentralen Herausforderungen in Politik und Gesellschaft, die sich den Zeitgenossinnen und Zeitgenossen damals stellten. Die Tatkraft, mit der Demokratinnen und Demokraten dabei ans Werk gingen, ist beeindruckend; ihre Modernität bestechend und visionär bis heute. Viele der von ihnen erkämpften und verteidigten Freiheiten und Gestaltungsspielräume sind Meilensteine und wirken bis in die Gegenwart hinein: das 1919 eingeführte Frauenwahlrecht, der Kompromiss als grundlegendes demokratisches Prinzip, die Etablierung des Sozialstaates, das Ringen um einen offenen Umgang mit der Sexualität, die Innovationen im Städte- und Wohnungsbau oder die Neuregelung des Verhältnisses zwischen Staat und Religion.

Im Fokus steht daher nicht das Ende Weimars, sondern wie sich die Bürgerinnen und Bürger mit dem, was Demokratie ist und werden sollte, kontrovers auseinandersetzten