“Die Romanik ist also vor allem ein gesamteuropäisches Phänomen mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an lokalen Facetten” (Liana CastelFranchi, Romanik. Kunst und Architektur).
Die Romanik war tatsächlich europäisch geprägt. Die außergewöhnliche kulturelle Mobilität durch die sich die 11. und 12. Jahrhunderte auszeichneten, war Ausdruck neuer historischer und kultureller Gegebenheiten.
In vielen Gegenden Europas zeigte sich ein wichtiger Modernisierungsprozess. Die Kunst wurde von vielen Faktoren beeinflusst, wie etwa den Pilgerreisen, den Kreuzzügen, der wirtschaftlichen Entwicklung, der erhöhten Produktivität der Landwirtschaft, dem Anwachsen der Bevölkerungsanzahl, der Vereinheitlichung der Kirche, dem Städtebau und der Urbanisierung, der Entwicklung der politischen Institutionen und anderer Bereiche.
Der Bischof war aber der große Gewinner in der Kunst, in der Politik und in der Kirche. Die Stadt scharte sich als Gemeinschaft der Gläubigen um den Bischof. Der Bau großer städtischer Kathedralen wurde vorangetrieben.
Der Bischof war also eine der wichtigsten Personen und Institutionen zu diesem Zeitpunkt und er (und das Mönchtum) hat die Romanik entscheidend beeinflusst.
(Quelle: L. CastelFranchi, Romanik. Kunst und Architektur, Petersberg 2008).
