Die symbolische Macht der Monumente

Während des schrumpfenden römischen Reiches, zwischen 235 und 285, gab es 26 Kaiser und verschiedene Hauptstädte. Ab 286 war Trier Residenz des Mitkaisers Maximian (c. 250-310). Die Stadt besaß schon eine Stadtmauer, ein Amphitheater, ein großes Theater, die wichtigste römische Verwaltungs- und Tempelgebäude und außerdem die zweitgrößten Marktplatz des Reiches. Die Stadt war auch strategisch von großer Bedeutung, nicht weit von der Rheingrenze, Mainz und Köln entfernt. In 293 teilte Diokletian das Reich in ein Ost- und ein Westreich ein. Das Ostreich sollte bis 1453 unter dem Namen Byzantium standhalten, das Westreich sollte in 476 untergehen. Jede Reichshälfte wurde von einem Oberkaiser (Augustus) und einem Unterkaiser (Caesar) regiert. Augustus des Westreiches war Maximian, mit Sitz in Mailand, Caesar wurde Konstantius Chlorus (250-306), mit Sitz in Trier. Konstantius lebte ungeheiratet mit Helena (c. 250-330) zusammen. Sie bekamen einen Sohn, Konstantinus (c. 274-337). Noch dem Tod des Konstantius in 306 wurde Konstantin in York (Eboracum) zum Augustus ausgerufen. (Illegal, weil im Vierkaisersystem (Ost-und Westreich mit Augustus und Caesar) was das nicht vorgesehen. Konstantin holte seine Mutter Helena wieder nach Trier und die ruhmreiche Zeit Triers nahm einen Anfang. Wichtig dabei war das Ende der Christenverfolgungen und die Anerkennung des Christentums in 313. In Rom schenkte Konstantin dem römischen Bischof (nur später wurde der erste Bischof Papst genannt) den Lateranpalast und befahl die Errichtung des St. Peters und anderen Gebäude. Auch in Trier wurde die durch Diokletian in 304 zerstörten Hauskirche des Bischofs zurückgegeben.

Konstantin sollte zahlreiche Kirchen bauen, u.a. in Jerusalem, Trier, Nikodemia, Nicea, und anfangen mit dem Ausbau von Byzanz (einer alten griechischen Stadt) zur neuen Hauptstadt Konstantinopel des römischen reiches, nach dem Ende des Vierkaisersystems in 324. In 324 wurde Helena durch den Sohn Konstantin zur Kaiserinmutter (Augusta) ernannt. Helena hat Trier (und Jerusalem) mitgeprägt. Sie hat die Baustelle der Grabeskirche in Jerusalem besucht in 328 (diese Kirche hat Konstantin in Auftrag gegeben). Der heutige Dom und die heutige Liebfrauenkirche sind konstantinisch. Es gibt auch Reste eines kaiserlichen Palast unter dem Dom. Die Porta Nigra, ein Theater, das Amphitheater die Kaiserthermen und, wahrscheinlich, ein Mausoleum für sein Vater Konstantius sind auch (teilweise in Ruinen) noch zu besichtigen.

Trier, (Augusta Treverorum später Treveris im lateinisch) wurde einer der wichtigsten Städte des Reiches, Roma secunda und die Palastaula oder Basilika, nach 330, zeugt davon. Hier residierten Römische Kaiser, in dieser Audienz-Empangs- und Gerichtshalle. Es ist der größte Einzelraum, den aus der Antike übergeliefert ist. Die Basilika zeigt die römischen Monumentalbauweise, die dicken Mauern und breiten Fundamenten (Jahrhunderte später umgesetzt in der ‘romanischen Bauweise’) und das Verhältnis von innerer Tiefe zu innerer Höhe, wodurch riesige Gebäude nicht unförmig erscheinen. Dieser Ruhm Triers, Konstantins und Helenas is immer geblieben, trotz vieler Zerstörungen durch Krieg, Reformation und Revolution. Die römische Bauweise symbolisiert die Haltbarkeit der antiken Institutionen. (Quelle: H.- J. Kann, Auf den Spuren von Konstantin und Helena Trier 2006)