Die Gumbertusbibel

Gumbertusbibel, fol.5v. Foto: Wikipedia. Universitätsbibliothek Erlangen

Die um 1180/85 entstandene Gumbertusbibel aus Ansbach gehört zu den prächtigsten Handschriften des Hochmittelalters. Aufgrund ihres eindrucksvollen Formats und ihres Gewichts von 40 kg zählt sie zur Gattung der Riesenbibeln, die seit dem 11. Jahrhundert erst in Italien und dann nördlich der Alpen produziert wurden. Bemerkenswert ist ihre überreiche künstlerische Ausstattung: Neben figürlichen Initialen zieren elf ganzseitige Malereien in Deckfarbenmalerei die Handschrift.

Die Gumbertusbibel steht einer farbenprächtigen Gruppe von Handschriften nahe, die in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in Regensburg illuminiert wurden. Sie belegen die große künstlerische Innovation der Regensburger Schreibstuben. Vergleichbare dekorative Elemente finden sich auch in der Regensburger Bauplastik und den Wandmalereien am Ende des 12. Jahrhunderts.

Die Gumbertusbibel wurde von einer Gruppe von Geistlichen und Bürgern in den Jahren um 1180/85 in Ansbach für zwölf Talente erworben, eine für damalige Verhältnisse hohe Summe.  Bis in die Zeit nach der Reformation blieb die Bibel in Ansbach, wurde jedoch nicht mehr als liturgisches Buch verwendet. im Jahr 1790 wurde die Bibel der Universitätsbibliothek Erlangen überstellt (Quelle und Weitere Informationen (www.gnm.de).