Moderne Kunst seit Winckelmanns Antike

Die Ausstellung die künstlerische Auseinandersetzung mit der Antike vom 18. Jahrhundert bis Kunst in der Gegenwart. Zunächst wird auf Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) rekurriert, auf seine epochalen Beschreibungen antiker Skulpturen, seine Monumenti, antichi inediti (1755) und auf das Bildungserlebnis von Künstlern. Zentrales Moment ist die Wiedergewinnung der Antike, die sich in der Weimarer Klassik kunsttheoretisch und literarisch ausdrückte. Im 19. Jahrhundert wurde die Klassik zunehmend historiografisch und kritisch reflektiert. Der Blick auf die Antike blieb jedoch nicht nur einseitig retrospektiv, sondern besaß und entwickelte ein hohes innovatives Potenzial.

Schließlich rückt auch die Entwicklung im 20. Jahrhundert bis zur Jahrtausendwende in den Fokus. Um 1914 setzte innerhalb der Kunst der Moderne erneut eine Diskussion der Klassik ein, die in der Krise der klassischen Moderne kulminierte. Die Antike wurde beschworen und zugleich entfremdet und für den Betrachter verrätselt. In der modernen Kunst seit Winckelmanns Antike liegt der inhaltliche Schwerpunkt der Exposition. Damit deckt sie mehr als 200 Jahre Antikenrezeption ab. Insgesamt werden 67 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken und Plastiken gezeigt.